4. Woche, 2. Tag – Weihe der göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe

4. Woche, 2. Tag – Weihe der göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Sprich, Heiliger Geist, und erwecke 
in meinem Herzen
einen sprudelnden Quell, dessen reines, heilendes Wasser
den größten Sünder errettet,
dem hoffnungslos Kranken die Augen öffnet
und ihn auf diese Weise heilt,
dessen Wasser dem Schuldigsten vergibt
und so zum göttlichen Ursprung zurückkehrt.
Um dieses Wasser bitte ich dich,
denn schlechter geht es mir als Maria von Magdala,
als Lazarus im Grab und der Samariterin.
Ich will davon trinken, ich bitte darum,
weiß ich doch um seine kostbare Gabe.
Je größer die Gunst ist, die du gewährst,
desto mehr wirst du verherrlicht.
Ein lebendes Schilfrohr bin ich,
komm, stütze mich Kraftlosen.
Meinem Wankelmut mache ein Ende,
ich bin unbeständiger als der Wind.
Blind bin ich geboren, vertreibe du meine Unwissenheit.
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

Danklied der Hanna, 1Sam 2,1-10

Mein Herz ist voll Freude über den Herrn,
große Kraft gibt mir der Herr.
Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde;
denn ich freue mich über deine Hilfe.
Niemand ist heilig, nur der Herr;
denn außer dir gibt es keinen Gott;
keiner ist ein Fels wie unser Gott.
Redet nicht immer so vermessen,
kein freches Wort komme aus eurem Mund;
denn der Herr ist ein wissender Gott,
und bei ihm werden die Taten geprüft.

Der Bogen der Helden wird zerbrochen,
die Wankenden aber gürten sich mit Kraft.
Die Satten verdingen sich um Brot,
doch die Hungrigen können feiern für immer.
Die Unfruchtbare bekommt sieben Kinder,
doch die Kinderreiche welkt dahin.
Der Herr macht tot und lebendig,
er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf.
Der Herr macht arm und macht reich,
er erniedrigt, und er erhöht.

Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub
und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt;
er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen,
einen Ehrenplatz weist er ihm zu.
Ja, dem Herrn gehören die Pfeiler der Erde;
auf sie hat er den Erdkreis gegründet.
Er behütet die Schritte seiner Frommen,
doch die Frevler verstummen in der Finsternis;
denn der Mensch ist nicht stark aus eigener Kraft.

Betrachtung

Maria hat ihr „Fiat im Glauben“ gesprochen. Im Glauben hat sie sich ohne Vorbehalte Gott überantwortet und gab sich als Magd des Herrn ganz der Person und dem Werk ihres Sohnes hin. Und diesen Sohn – so lehren uns die Väter – hat sie, noch bevor sie ihn im Leib empfing, im Geist empfangen: eben durch den Glauben! Zu Recht also lobt Elisabet Maria: „Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ Diese Worte haben sich schon erfüllt: Maria tritt über die Schwelle des Hauses von Elisabet und Zacharias als die Mutter des Sohnes Gottes. Dies ist die freudige Entdeckung Elisabets: „Die Mutter meines Herrn kommt zu mir… !“
Und auf diesem Weg, der herausragend und wahrhaft heroisch ist, – ja, mit wachsendem Glaubensheroismus – wird sich der Gehorsam verwirklichen,
den Maria gegenüber dem Wort der göttlichen Offenbarung bekannt hat.
(Johannes Paul II., Redemptoris Mater)

WEIHEGEBET

Maria, du hast Gott geschaut, ihn in deinem Schoß getragen,
du hast das Wort des Lebens gehört. Dann bist du allein geblieben, als du deinen Sohn tot in den Armen hieltest; in dir allein hat sich der Glaube der ganzen Welt konzentriert, als Jesus in das Reich des Todes hinabstieg.
Du Mutter in allen Nächten des Glaubens, ich weihe mich deinem Herzen,
das so stark geglaubt hat, wie es geliebt hat. Ich will alle deine Worte und Verheißungen in meinem Herzen bewahren, damit sich durch den Glauben konkret verwirklicht, was wir noch nicht sehen können: deine Gegenwart unter uns, das Kommen deines Sohnes in Herrlichkeit und die Wiederherstellung aller Dinge. Du hast stellvertretend für die Welt geglaubt, was die Heiligen Schriften und die Worte des Engels verhießen. Gewähre mir, für alle zu glauben, die das Wort Gottes in unserer Zeit nicht annehmen können und die an deine helfende Sendung nicht glauben. Ich weihe dir meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe; ich will alle Tugenden nachahmen,
die der Heilige Geist in deiner Seele her- vorgebracht hat.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

4. Woche, 1. Tag – Weihe unseres Ja-Wortes an den Heiligen Geist

4. Woche, 1. Tag – Weihe unseres Ja-Wortes an den Heiligen Geist

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

O verzehrendes Feuer,
 Geist der Liebe,
komm über mich,
 damit in meiner Seele
gleichsam
 eine neue Menschwerdung des Wortes geschehe.
Möge ich Ihm eine zusätzliche Menschheit sein,
in der Er sein ganzes Mysterium erneuern kann.
Und du, o Vater, neige dich
zu deinem armen, geringen Geschöpf herab,
bedecke es mit deinem Schatten,
sieh in ihm nur noch den Vielgeliebten,
an dem du dein Wohlgefallen hast.
(Sel. Elisabeth von der Dreifaltigkeit 27)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 40, 2-5

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn.
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens,
aus Schlamm und Morast.
Er stellte meine Füße auf den Fels,
machte fest meine Schritte.
Er legte mir ein neues Lied in den Mund,
einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott.
Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen
und auf den Herrn vertrauen.

Betrachtung

Durch sein unsichtbares Eingreifen gewährt der Heilige Geist Maria die Gabe des menschgewordenen Wortes. Das geschieht nicht äußerlich wahrnehmbar, sondern im Feuer der Liebe; durch die Liebe lässt der Heilige Geist in Maria die jungfräuliche Empfängnis Jesu geschehen. Der Heilige Geist schenkt sich ihr in einer neuen Liebe.
Der Heilige Geist kommt, um in Maria neue Fähigkeiten zu wecken,
die unter ihrer still abwartenden Liebe verborgen sind.
Er gibt Marias Liebe etwas Tatkräftiges. Jesus ist die gebenedeite Frucht ihres Leibes. Ihre Liebe kann nun etwas hervorbringen, sie ist fruchtbar und nicht mehr nur still abwartend. Jesus wird in ihr empfangen, und er erscheint wie das Brennen einer anderen Liebe, die ebenso innerlich ist, aber noch brennender als die ihre. Das soll Maria die Gegenwart einer neuen Person offenbaren, einer göttlichen Person, die noch viel kleiner ist als sie selbst.
(aus: Pater Thomas Philippe, La Vie Cachée de Marie)

WEIHEGEBET

Maria, vom Vater vor aller Zeit geliebt, mit dir will ich die Ausgießung des Heiligen Geistes erwarten, um in Fülle zu leben und wie Mose mit einem Kuss Gottes zu sterben. Ich weihe mich dir, die du mich die Hingabe an die gekreuzigte Liebe und an das strahlende Licht lehrst.
Führe mich ein in die große Stille der Wolke,
die verbirgt, um besser zu offenbaren.
Maria, du hast Jesus vom Heiligen Geist empfangen, als du dein Ja zur Verkündigung des Engels sprachst. Du Taube, die sich in der Felsspalte birgt, ich weihe mich deinem Schweigen und deiner Bereitschaft,
dem Willen Gottes immer zu folgen. Maria am Fuß des Kreuzes,
ich weihe mich deiner mitleidenden Liebe, damit ich die Teilnahme am Leiden deines Sohnes bejahen kann und durch dich,
o Braut des Geistes, ganz Jesus gehöre.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

2. Woche 7. Tag – Weihe unserer Hingabe an Gott

2. Woche, 7. Tag – Weihe unserer Hingabe an Gott

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Komm, Heiliger Geist, der du mich erwählt und aus dieser Welt ausgesondert und vor das Antlitz deiner Herrlichkeit gestellt hast: Ebenso erhalte mich nun, unerschütterlich und für immer aufrecht stehend; bewahre mich,
indem du in mir wohnen bleibst, auf dass ich, der Tote, dich immerfort schauend, lebe;
auf dass ich, der Arme, dich besitzend, immer reich sei;
auf dass ich, dich essend und trinkend und mich jeden Augenblick in dir aufhaltend, von einer Wonne zur anderen gelange
in unaussprechlichen Gütern.
Denn du bist jegliches Gut und Herrlichkeit und alle Wonne,
dir gebührt die heilige Ehre, du im Wesen eine,
Leben spendende Dreifaltigkeit,
dir, den alle Gläubigen im Vater, im Sohn und im Heiligen Geist verehren, bekennen und anbeten und dem sie dienen jetzt und allezeit und in Ewigkeit.
(nach einer Hymne des hl. Symeon des Neuen Theologen)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 48

Groß ist der Herr und hoch zu preisen in der Stadt unseres Gottes.
Sein heiliger Berg ragt herrlich empor;
er ist die Freude der ganzen Welt.
Der Berg Zion liegt weit im Norden;
er ist die Stadt des großen Königs.
Gott ist in ihren Häusern bekannt als ein sicherer Schutz…
Wie wir’s gehört hatten,
so erlebten wir’s jetzt in der Stadt des Herrn der Heere,
in der Stadt unseres Gottes;
Gott lässt sie ewig bestehen.
Über deine Huld, o Gott, denken wir nach
in deinem heiligen Tempel.
Wie dein Name, Gott,
so reicht dein Ruhm
bis an die Enden der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.

Betrachtung

Maria stimmt der Wahl Gottes zu, um durch den Heiligen Geist die Mutter des Sohnes Gottes zu werden. Man kann sagen, dass diese ihre Zustimmung zur Mutterschaft vor allem eine Frucht ihrer vollen Hingabe an Gott in der Jungfräulichkeit ist. Maria hat die Erwählung zur Mutter des Sohnes Gottes angenommen, weil sie von bräutlicher Liebe geleitet war, die eine menschliche Person voll und ganz Gott „weiht“. Aus der Kraft dieser Liebe wollte Maria immer und in allem „gottgeweiht“ sein, indem sie jungfräulich lebte.
Die Worte „Ich bin die Magd des Herrn“ bringen zum Ausdruck, dass sie von Anfang an ihre Mutterschaft angenommen und verstanden hat als die völlige Hingabe ihrer selbst, ihrer Person, für den Dienst an den Heilsplänen des Höchsten. Und ihre ganze mütterliche Teilnahme am Leben Jesu Christi,
ihres Sohnes, hat sie bis zum Schluss in einer Weise vollzogen,
wie sie ihrer Berufung zur Jungfräulichkeit entsprach.
(Johannes Paul II., Redemptoris Mater, 39)

WEIHEGEBET

Maria, du wirst den Tempel des Leibes Christi in deinem Schoß tragen und kommst in den von Menschenhand gebauten Tempel, um dort dem Herrn deine Jungfräulichkeit zu weihen. Tochter Davids, du willst dich für Gott bewahren, um ihm eine Wohnung zu bereiten, welche die ganze Welt umspannt. Lass mich begreifen, wie unermesslich fruchtbar eine Liebe ist, die sich vollkommen hingibt. Gewähre mir, in den Tempel des mystischen Leibes deines Sohnes, die Kirche, einzutreten, um mich dort Gott zu weihen und aus meinem Leben eine immer neue, jedesmal in der Liebe wachsende Hingabe zu machen.
Maria, du Spiegel engelhafter Reinheit, in deine Hände lege ich meine Bereitschaft zum Gehorsam, denn du hast dich dem Gesetz der Väter untergeordnet, um ganz dem Willen des Vaters im Himmel zu entsprechen.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

2. Woche 6. Tag – Weihe an den Geist der Kindschaft

2. Woche, 6. Tag – Weihe an den Geist der Kindschaft

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

So eilt, den Geist zu empfangen,
der von Gott kommt, den göttlichen Geist,
auf dass ihr des Himmelreichs Erben werdet
für alle Zeiten.
Doch wenn ihr hier auf Erden nicht himmlisch werdet,
wie wollt ihr dann mit Christus in den Himmeln leben?
So lauft mit Feuereifer, lauft alle,
 auf dass wir würdig erachtet werden,
ins Himmelreich einzugehen
 und zu herrschen mit Christus,
dem Herrn über alles, 
dem alle Ehre gebührt mit dem Vater
und dem Heiligen Geist in alle Ewigkeit. Amen.

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 8

Herr, unser Herrscher, 
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;
über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.
Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob,
deinen Gegnern zum Trotz;
deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.
Seh’ ich den Himmel, das Werk deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt;
Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt
über das Werk deiner Hände, hast ihm alles zu Füßen gelegt:
All die Schafe, Ziegen und Rinder 
und auch die wilden Tiere,
die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,
alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.
Herr, unser Herrscher,
 wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!

Betrachtung

Während des ganzen Alten Bundes wurde die Berufung Marias durch die Sendung heiliger Frauen vorbereitet. Trotz ihres Ungehorsams wird Eva schon zu Beginn verheißen, sie werde einen Nachkommen erhalten, der den Bösen besiegen werde, und die Mutter aller Lebendigen sein. Kraft dieser Verheißung empfängt Sara trotz ihres hohen Alters einen Sohn. Wider alle menschliche Erwartung wählt Gott das, was als machtlos und schwach gilt, um zu zeigen, dass er seiner Verheißung treu bleibt: Hanna, die Mutter Samuels, Debora, Rut, Judit und Ester sowie viele andere Frauen. Maria „ragt unter den Demütigen und Armen des Herrn hervor, die das Heil mit Vertrauen von ihm erhoffen und empfangen. Mit ihr als der erhabenen Tochter Zion ist schließlich nach langer Erwartung der Verheißung die Zeit erfüllt und hat die neue Heilsökonomie begonnen“.
(Katechismus der katholischen Kirche, 489)

WEIHEGEBET

O Maria, ich weihe mich deiner Kindheit. In ihr empfange ich den bewundernden Blick des himmlischen Vaters, seine ganze, unschuldige Liebe und sein Vertrauen in ein ganz kleines Mädchen, in dem sich alle Hoffnung der Welt sammelt. In dir, Maria, weihe ich mich der über jeden Verdacht erhabenen Liebe des Vaters. Ich weihe mich auch der Hoffnung, damit ich das Staunen über das kommende Glück in der Familie Gottes weitergeben kann.
O Maria, ich weihe mich deiner Kindheit, die mir den Mut gibt, dich in meine Arme zu nehmen und dich an mein Herz zu drücken. So will ich mit dir ganz vertraut werden, du Königin des Himmels.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

2. Woche 5. Tag – Weihe unserer Liebesfähigkeit

2. Woche, 5. Tag – Weihe unserer Liebesfähigkeit

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Ich sage dir Dank, dass du für mich zum Licht ohne Neige,
zur Sonne ohne Untergang geworden bist, denn du hast nichts, um dich zu verbergen, du, der du das All mit deiner Herrlichkeit erfüllst!
Nein, niemals hast du dich vor einem Menschen verborgen,
wir aber verbergen uns vor dir und wollen nicht zu dir kommen.
Warum solltest du dich verbergen, der du dich von keinem einzigen Wesen abwendest und nicht eines von ihnen verwirfst?
So komm, o Meister, richte heute in mir dein Zelt auf.
Nimm ständig und unzertrennlich Bleibe und Wohnung in mir,
deinem Diener, bis zuletzt.
(Nach einer Hymne des hl. Symeon des Neuen Theologen)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

Weisheit, 7

In ihr ist ein Geist,
 gedankenvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, 
unverletzlich, das Gute liebend, scharf, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, 
fest, sicher, ohne Sorge, alles vermögend, alles überwachend und alle Geister durchdringend, 
die denkenden, reinen und zartesten.
Denn die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung;
in ihrer Reinheit durchdringt und erfüllt sie alles.
Sie ist ein Hauch der Kraft Gottes 
und reiner Ausfluss der Herrlichkeit des Allherrschers;
 darum fällt kein Schatten auf sie.
Sie ist der Widerschein des ewigen Lichts,
der ungetrübte Spiegel von Gottes Kraft,
das Bild seiner Vollkommenheit.

Betrachtung

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sich die Kirche bewusst, dass Maria, von Gott „mit Gnade erfüllt“, schon bei ihrer Empfängnis erlöst worden ist.
Das bekennt das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis, das 1854 von Papst Pius IX. verkündet wurde …
Dass Maria „vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an im Glanz einer einzigartigen Heiligkeit“ erstrahlt, kommt ihr nur Christi wegen zu: Sie wurde im „Hinblick auf die Verdienste ihres Sohnes auf erhabenere Weise erlöst“. Mehr als jede andere erschaffene Person hat der Vater sie „mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch die Gemeinschaft mit Christus im Himmel“.
Er hat sie erwählt vor der Erschaffung der Welt,
damit sie in Liebe heilig und untadelig vor ihm lebe.
Die ostkirchlichen Väter nennen die Gottesmutter „die Ganzheilige“ (Panhagia); sie preisen sie als „von jeder Sündenmakel frei, gewissermaßen vom Heiligen Geist gebildet und zu einer neuen Kreatur gemacht“.
Durch die Gnade Gottes ist Maria während ihres ganzen Lebens
frei von jeder persönlichen Sünde geblieben.
(Katechismus der katholischen Kirche, 491-493)

WEIHEGEBET

Maria, in Sünde hat mich meine Mutter empfangen! Kann ein Mensch in den Leib seiner Mutter zurückkehren, um von neuem geboren zu werden?
In deinem Schoß, Maria, weihe ich mich dir von meiner Empfängnis an bis heute, damit der durch die Taufe empfangene neue Mensch in der Wärme deiner Unbefleckten Liebe wachsen kann.
In dir, Maria, wird die ganze menschliche Natur erneuert.
Ich will also in dir bleiben, damit das neue Gesetz in mir wirken kann und deine jungfräuliche Liebe mich zu dem Guten drängt, das ich tun will, und mich das Böse meiden lässt, das ich nicht tun will.
Du bist so schön, o Maria, wie die Sünde hässlich ist, und unser König ist in deine Schönheit verliebt.
Ich weihe mich dir uneingeschränkt, du Mutter der schönen Liebe, du Spiegel der engelhaften Reinheit, damit meine Seele erneuert wird und Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist gefallen kann.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

2. Woche 4. Tag – Weihe unserer Gottesbeziehung

2. Woche, 4. Tag – Weihe unserer Gottesbeziehung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Heiliger Geist, deine Gnade stehe uns bei,
und wenn sie aus unseren Herzen
 alle Laster vertrieben hat,
ziehe sie dort ein. Wohltätiger Geist,
du Licht der Menschen, befreie unsere Seele
von ihrem tödlichen Dunkel.
Heiliger Geist, dem das rechte Denken
 immer gefällt,
komm in deiner Güte
 und gieße deine Salbung über alle unsere Empfindungen.
Geist, der du alles Verschmutzte reinigst, läutere unseren inneren Blick,
auf dass wir den Vater, den Höchsten, schauen, den nur ein reines Herz zu erblicken vermag.
(Humbert von Roman)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

Aus dem Hohelied, 8

Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz,
wie ein Siegel an deinen Arm!
Stark wie der Tod ist die Liebe,
die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt.
Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige Flammen.
Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer für die Liebe
den ganzen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn.

Betrachtung

„Selig ist die, die geglaubt hat!“ (vgl. Lk 1,45). 
Maria vor allem führt uns zum Glauben hin. Zum Glauben an die Liebe Gott Vaters, die uns immerwährend umgibt. Nicht wir haben Gott geliebt, er war es, der als Erster geliebt hat. Zum Glauben an die in der Erlösung offenbarte Macht Christi. Er ist der von Jesaja prophezeite Erlöser. Er ist die überfließende Lebensquelle. Er ist die Wahrheit Gottes und die Wahrheit unseres armseligen Daseins. Er ist der Weg Gottes und der Weg des Menschen, er ist der einzige Mensch, der vollkommen nach seiner Berufung lebte. Zum Glauben an den Heiligen Geist, den Maria rückhaltlos in sich aufgenommen hat und der auch uns begegnet ist. Wir sind uns dieser Liebe der göttlichen Dreifaltigkeit gewiss; indem wir uns im Glauben ihm hingeben, werden wir mit Maria selig sein und die Freude und Kraft der Liebe erleben.
(Johannes Paul II., Lourdes17, 15. August 1983)

WEIHEGEBET

Maria, du Braut des Geistes, in der das Wort Fleisch geworden ist,
in dir zeugt der Vater den Sohn immerfort weiter.
Der Vater zeugt ihn aus Liebe, und aus ihrer dreifaltigen Liebe mit dem Geist ergießt sich das Werk der ganzen Schöpfung.
O Maria, ich weihe dir alles, was in mir nach der Vereinigung mit Gott verlangt; ich weihe dir alles, was sich in mir nach der Verlobung und Vermählung mit meinem Gott und Schöpfer sehnt. Eine so innige Vertrautheit verlangt eine vollkommene Keuschheit, die mein Leib allein in dir findet. Allein in dir werden meine Seele und mein Geist jungfräulich für die göttliche Umarmung.
Allein in dir kann ich mich vollkommen hingeben und brauche keine Angst zu haben, den Bräutigam, der wie Feuer ist, in mein Innerstes aufzunehmen. Allein in dir, du brennender Dornbusch, fürchte ich mich nicht, von seiner göttlichen Liebe verzehrt zu werden.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

2. Woche 3. Tag – Weihe aller Regierenden

2. Woche, 3. Tag – Weihe aller Regierenden

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein:
die deine Macht erschaffen hat,
erfülle nun mit deiner Gnad.

Der du der Tröster wirst genannt,
vom höchsten Gott ein Gnadenpfand,
du Lebensbrunn, Licht, Lieb und Glut,
der Seele Salbung, höchstes Gut.

Treib weit von uns des Feinds Gewalt,
in deinem Frieden uns erhalt,
dass wir, geführt von deinem Licht,
in Sünd und Elend fallen nicht.

Den Vater auf dem ewgen Thron
lehr uns erkennen und den Sohn;
dich, beider Geist, sei’n wir bereit
zu preisen gläubig alle Zeit.

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 110, 1-3

So spricht der Herr zu meinem Herrn:
Setze dich mir zur Rechten,
und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.
Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus:
«Herrsche inmitten deiner Feinde!»
Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht,
wenn du erscheinst in heiligem Schmuck;
ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern,
wie den Tau in der Frühe.

Betrachtung

„Schließlich wurde die Unbefleckte Jungfrau, von jedem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt, nach Vollendung des irdischen Lebenslaufs mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen und als Königin des Alls vom Herrn erhöht, um vollkommener ihrem Sohn gleichgestaltet zu sein, dem Herrn der Herren und dem Sieger über Sünde und Tod.“ Die Aufnahme der heiligen Jungfrau ist eine einzigartige Teilhabe an der Auferstehung ihres Sohnes und eine Vorwegnahme der Auferstehung der anderen Christen.
(Katechismus der katholischen Kirche, 966)

WEIHEGEBET

Maria, du betrachtest in der Herrlichkeit des Vaters die Schöpfung und siehst, wie gut und schön alles ist, was er gemacht hat. Ich weihe dir alles Erschaffene in der Erwartung der endgültigen Wiederherstellung aller Dinge.
Maria, du Unbefleckte Königin des Weltalls, siege und herrsche in meinem Herzen und in der Welt, triumphiere über alle Mächte in den Lüften, über die Throne und Herrschaften, über den Bereich der bösen Geister.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

2. Woche 2. Tag – Weihe der Unschuldigen

2. Woche, 2. Tag – Weihe der Unschuldigen

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Komm, Vater des Lichtes,
gib mir deine Weisheit, 
jenen Geschmack an der Wahrheit,
jene dienende Liebe, die den Willen, ohne zu zwingen, drängt,
diese so fruchtbare Gnade,
 die mich so sehr lockt,
diesen tiefen, heiligen Frieden
und diese allmächtige Hilfe.
Meinen bösen Willen 
willst du nicht bedrängen;
darum habe ich von meiner Freiheit alles zu fürchten.
Nur zu oft widerstand ich
 dem Locken deiner Gnade;
ich ergebe mich, nimm Platz in mir mit deiner ganzen Macht.
(Hl. Ludwig Maria)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 147

Stimmt dem Herrn ein Danklied an,
spielt unserem Gott auf der Harfe!
Er bedeckt den Himmel mit Wolken, spendet der Erde Regen
und lässt Gras auf den Bergen sprießen.
Er gibt dem Vieh seine Nahrung, 
gibt den jungen Raben, wonach sie schreien.
Er hat keine Freude an der Kraft des Pferdes,
kein Gefallen am schnellen Lauf des Mannes.
Gefallen hat der Herr an denen, die ihn fürchten und ehren,
die voll Vertrauen warten auf seine Huld.
Jerusalem, preise den Herrn, 
lobsinge, Zion, deinem Gott!
Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht,
die Kinder in deiner Mitte gesegnet;
er verschafft deinen Grenzen Frieden
und sättigt dich mit bestem Weizen.

Betrachtung

„Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt“ (Jer 1,5): die Existenz jedes Menschen ist von ihren Anfängen an im Plan Gottes vorgegeben. Ijob in seinem tiefen Schmerz hält inne, um eine Betrachtung anzustellen über das Wirken Gottes bei der wunderbaren Formung seines Leibes im Schoß der Mutter; daraus schließt er den Grund der Zuversicht und äußert die Gewissheit, dass es einen göttlichen Plan für sein Leben gebe… Hinweise anbetenden Staunens über Gottes Eingreifen bei der Bildung des Lebens im Mutterleib finden sich auch in den Psalmen. Wie sollte man annehmen, dass auch nur ein Augenblick dieses wundervollen Prozesses des Hervorquellens des Lebens dem weisen und liebevollen Wirken des Schöpfers entzogen sein und der Willkür des Menschen überlassen bleiben könnte?
(Johannes Paul II., Evangelium vitae 15, 44)

WEIHEGEBET

Maria, Mutter der Barmherzigkeit, du wohnst im Herzen des Vaters und bist seine mütterliche Liebe zum Sohn und zur Vielzahl seiner Brüder und Schwestern. Maria, dein Herz wurde durchbohrt von der Bosheit der Menschen, als Herodes den Plan Gottes für sein Volk erfuhr; ich weihe dir den Schoß aller Mütter auf der Erde.
Maria, du neue Eva, du Lebendige und Mutter des Lebens, ich weihe dir alle ungeborenen Kinder, besonders jene, die unter menschenunwürdigen Umständen zur Welt kommen werden und jene, denen das Leben genommen wird, noch bevor es in ihnen wachsen kann. Ich weihe dir all die unschuldigen Seelen, deren Leib im Schoß ihrer Mutter getötet wurde.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

2. Woche 1. Tag – Weihe unserer Herkunft

2. Woche, 1. Tag – Weihe unserer Herkunft

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Heiliger Geist, mache mein Herz zum Tempel,
meine Zunge zum Werkzeug,
auf dass ich vorzüglich und beredt zu allen sprechen kann.
Durch Jesus und Maria herrsche machtvoll in mir,
damit ich dadurch Gott allein ewig verherrliche.
(Hl. Ludwig Maria)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 139, 1-6

Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich.
Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.
Von fern erkennst du meine Gedanken.
Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt;
du bist vertraut mit all meinen Wegen.
Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge – du, Herr, kennst es bereits.
Du umschließt mich von allen Seiten
und legst deine Hand auf mich.

Betrachtung

Von allen sichtbaren Geschöpfen ist einzig der Mensch „fähig, seinen Schöpfer zu erkennen und zu lieben“; er ist „auf Erden das einzige Geschöpf… das Gott um seiner selbst willen gewollt hat“; er allein ist berufen, in Erkenntnis und Liebe am Leben Gottes teilzuhaben. Auf dieses Ziel hin ist er geschaffen worden, und das ist der Hauptgrund für seine Würde… Weil er nach dem Bilde Gottes geschaffen ist, hat der Mensch die Würde, Person zu sein; er ist nicht bloß etwas, sondern jemand… Gott hat alles für den Menschen erschaffen, aber der Mensch selbst ist erschaffen worden, um Gott zu dienen, ihn zu lieben und ihm die ganze Schöpfung darzubringen.
(Katechismus der katholischen Kirche, 356-358)

WEIHEGEBET

Maria, du lebst in den Gedanken des himmlischen Vaters und bist seinen Plänen immer treu. Erinnere mich, umhüllt von deiner mütterlichen Gegenwart, dass ich mit Weisheit und aus Liebe geschaffen worden bin. Ich will voll Dankbarkeit über einen so unendlich gütigen Vater sagen können: „Danke, Herr, für das Wunder, das ich bin.“
O Maria, komm und besuche den Augenblick meiner Empfängnis; ich weihe ihn dir. Ich weihe dir meinen Vater und meine Mutter. Ich weihe dir ihre Vereinigung. Ich weihe dir alle menschlichen Zeugungsakte, damit der Mensch das Leben nach dem Plan Gottes mit Weisheit und aus Liebe weitergebe.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

1. Woche 7. Tag – Weihe unseres Herzens für die Welt

1. Woche, 7. Tag – Weihe unseres Herzens für die Welt

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Komm, o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn,
 kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
(Aus der Pfingstsequenz)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

Ps 63, 1-6

Ich liebe den Herrn;
denn er hat mein lautes Flehen gehört
und sein Ohr mir zugeneigt
an dem Tag, als ich zu ihm rief.
Mich umfingen die Fesseln des Todes,
mich befielen die Ängste der Unterwelt,
mich trafen Bedrängnis und Kummer.
Da rief ich den Namen des Herrn an:
„Ach Herr, rette mein Leben!“
Der Herr ist gnädig und gerecht, unser Gott ist barmherzig.
Der Herr behütet die schlichten Herzen;
ich war in Not, und er brachte mir Hilfe.
Komm wieder zur Ruhe, mein Herz!
Denn der Herr hat dir Gutes getan.

Betrachtung

„Selig ist, die geglaubt hat“. – Diese Seligpreisung erreicht ihre volle Bedeu- tung, als Maria unter dem Kreuze ihres Sohnes steht (vgl. Joh 19,25). Das Konzil betont, dass das „nicht ohne göttliche Absicht“ geschah: Dadurch, dass Maria „heftig mit ihrem Eingeborenen litt und sich mit seinem Opfer in mütterlichem Geist verband, indem sie der Darbringung des Opfers, das sie geboren hatte, liebevoll zustimmte“, bewahrte sie „ihre Verbundenheit mit dem Sohn in Treue bis zum Kreuz“: die Verbundenheit durch den Glauben, denselben Glauben, mit dem es ihr möglich geworden war, im Augenblick der Verkündigung die Offenbarung des Engels anzunehmen.
Durch den Glauben nimmt Maria teil am Tod des Sohnes –an seinem Erlösertod. Im Gegensatz zum Glauben der Jünger, die flohen, besaß sie aber einen erleuchteteren Glauben. Durch das Kreuz hat Jesus auf Golgota endgültig bestätigt, dass er das „Zeichen ist, dem widersprochen wird“, wie Simeon vorhergesagt hatte. Gleichzeitig haben sich dort auch jene Worte erfüllt, die dieser an Maria gerichtet hatte: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“
(Johannes Paul II., Redemptoris Mater, 18)

WEIHEGEBET

Maria, du Mutter des leidenden Messias, der durch seinen Tod den Tod besiegt hat, bitte für mich jetzt und in der Stunde meines Todes. Er soll ein Tod aus Liebe sein, eine vollkommene Hingabe meines Lebens. Gib, dass ich Tag für Tag mein Leben aus Liebe hingebe für eine Welt, die sich weigert, aus Liebe zu leben.
Maria, du hast sehr daran gelitten, nicht mit deinem Sohn gestorben zu sein, und ein Schwert hat deine Seele durchbohrt. Ich weihe mich dir, um im Leib Christi ein Herz zu sein, das sich vollkommen hingibt und deshalb ganz lebendig ist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz, das den Hass mit Liebe erwidert, die Bitterkeit mit Sanftmut und den Fluch mit Segen.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.