4. Woche, 2. Tag – Weihe der göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe

4. Woche, 2. Tag – Weihe der göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Sprich, Heiliger Geist, und erwecke 
in meinem Herzen
einen sprudelnden Quell, dessen reines, heilendes Wasser
den größten Sünder errettet,
dem hoffnungslos Kranken die Augen öffnet
und ihn auf diese Weise heilt,
dessen Wasser dem Schuldigsten vergibt
und so zum göttlichen Ursprung zurückkehrt.
Um dieses Wasser bitte ich dich,
denn schlechter geht es mir als Maria von Magdala,
als Lazarus im Grab und der Samariterin.
Ich will davon trinken, ich bitte darum,
weiß ich doch um seine kostbare Gabe.
Je größer die Gunst ist, die du gewährst,
desto mehr wirst du verherrlicht.
Ein lebendes Schilfrohr bin ich,
komm, stütze mich Kraftlosen.
Meinem Wankelmut mache ein Ende,
ich bin unbeständiger als der Wind.
Blind bin ich geboren, vertreibe du meine Unwissenheit.
(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

Danklied der Hanna, 1Sam 2,1-10

Mein Herz ist voll Freude über den Herrn,
große Kraft gibt mir der Herr.
Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde;
denn ich freue mich über deine Hilfe.
Niemand ist heilig, nur der Herr;
denn außer dir gibt es keinen Gott;
keiner ist ein Fels wie unser Gott.
Redet nicht immer so vermessen,
kein freches Wort komme aus eurem Mund;
denn der Herr ist ein wissender Gott,
und bei ihm werden die Taten geprüft.

Der Bogen der Helden wird zerbrochen,
die Wankenden aber gürten sich mit Kraft.
Die Satten verdingen sich um Brot,
doch die Hungrigen können feiern für immer.
Die Unfruchtbare bekommt sieben Kinder,
doch die Kinderreiche welkt dahin.
Der Herr macht tot und lebendig,
er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf.
Der Herr macht arm und macht reich,
er erniedrigt, und er erhöht.

Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub
und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt;
er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen,
einen Ehrenplatz weist er ihm zu.
Ja, dem Herrn gehören die Pfeiler der Erde;
auf sie hat er den Erdkreis gegründet.
Er behütet die Schritte seiner Frommen,
doch die Frevler verstummen in der Finsternis;
denn der Mensch ist nicht stark aus eigener Kraft.

Betrachtung

Maria hat ihr „Fiat im Glauben“ gesprochen. Im Glauben hat sie sich ohne Vorbehalte Gott überantwortet und gab sich als Magd des Herrn ganz der Person und dem Werk ihres Sohnes hin. Und diesen Sohn – so lehren uns die Väter – hat sie, noch bevor sie ihn im Leib empfing, im Geist empfangen: eben durch den Glauben! Zu Recht also lobt Elisabet Maria: „Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ Diese Worte haben sich schon erfüllt: Maria tritt über die Schwelle des Hauses von Elisabet und Zacharias als die Mutter des Sohnes Gottes. Dies ist die freudige Entdeckung Elisabets: „Die Mutter meines Herrn kommt zu mir… !“
Und auf diesem Weg, der herausragend und wahrhaft heroisch ist, – ja, mit wachsendem Glaubensheroismus – wird sich der Gehorsam verwirklichen,
den Maria gegenüber dem Wort der göttlichen Offenbarung bekannt hat.
(Johannes Paul II., Redemptoris Mater)

WEIHEGEBET

Maria, du hast Gott geschaut, ihn in deinem Schoß getragen,
du hast das Wort des Lebens gehört. Dann bist du allein geblieben, als du deinen Sohn tot in den Armen hieltest; in dir allein hat sich der Glaube der ganzen Welt konzentriert, als Jesus in das Reich des Todes hinabstieg.
Du Mutter in allen Nächten des Glaubens, ich weihe mich deinem Herzen,
das so stark geglaubt hat, wie es geliebt hat. Ich will alle deine Worte und Verheißungen in meinem Herzen bewahren, damit sich durch den Glauben konkret verwirklicht, was wir noch nicht sehen können: deine Gegenwart unter uns, das Kommen deines Sohnes in Herrlichkeit und die Wiederherstellung aller Dinge. Du hast stellvertretend für die Welt geglaubt, was die Heiligen Schriften und die Worte des Engels verhießen. Gewähre mir, für alle zu glauben, die das Wort Gottes in unserer Zeit nicht annehmen können und die an deine helfende Sendung nicht glauben. Ich weihe dir meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe; ich will alle Tugenden nachahmen,
die der Heilige Geist in deiner Seele her- vorgebracht hat.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

4. Woche, 1. Tag – Weihe unseres Ja-Wortes an den Heiligen Geist

4. Woche, 1. Tag – Weihe unseres Ja-Wortes an den Heiligen Geist

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

O verzehrendes Feuer,
 Geist der Liebe,
komm über mich,
 damit in meiner Seele
gleichsam
 eine neue Menschwerdung des Wortes geschehe.
Möge ich Ihm eine zusätzliche Menschheit sein,
in der Er sein ganzes Mysterium erneuern kann.
Und du, o Vater, neige dich
zu deinem armen, geringen Geschöpf herab,
bedecke es mit deinem Schatten,
sieh in ihm nur noch den Vielgeliebten,
an dem du dein Wohlgefallen hast.
(Sel. Elisabeth von der Dreifaltigkeit 27)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 40, 2-5

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn.
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens,
aus Schlamm und Morast.
Er stellte meine Füße auf den Fels,
machte fest meine Schritte.
Er legte mir ein neues Lied in den Mund,
einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott.
Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen
und auf den Herrn vertrauen.

Betrachtung

Durch sein unsichtbares Eingreifen gewährt der Heilige Geist Maria die Gabe des menschgewordenen Wortes. Das geschieht nicht äußerlich wahrnehmbar, sondern im Feuer der Liebe; durch die Liebe lässt der Heilige Geist in Maria die jungfräuliche Empfängnis Jesu geschehen. Der Heilige Geist schenkt sich ihr in einer neuen Liebe.
Der Heilige Geist kommt, um in Maria neue Fähigkeiten zu wecken,
die unter ihrer still abwartenden Liebe verborgen sind.
Er gibt Marias Liebe etwas Tatkräftiges. Jesus ist die gebenedeite Frucht ihres Leibes. Ihre Liebe kann nun etwas hervorbringen, sie ist fruchtbar und nicht mehr nur still abwartend. Jesus wird in ihr empfangen, und er erscheint wie das Brennen einer anderen Liebe, die ebenso innerlich ist, aber noch brennender als die ihre. Das soll Maria die Gegenwart einer neuen Person offenbaren, einer göttlichen Person, die noch viel kleiner ist als sie selbst.
(aus: Pater Thomas Philippe, La Vie Cachée de Marie)

WEIHEGEBET

Maria, vom Vater vor aller Zeit geliebt, mit dir will ich die Ausgießung des Heiligen Geistes erwarten, um in Fülle zu leben und wie Mose mit einem Kuss Gottes zu sterben. Ich weihe mich dir, die du mich die Hingabe an die gekreuzigte Liebe und an das strahlende Licht lehrst.
Führe mich ein in die große Stille der Wolke,
die verbirgt, um besser zu offenbaren.
Maria, du hast Jesus vom Heiligen Geist empfangen, als du dein Ja zur Verkündigung des Engels sprachst. Du Taube, die sich in der Felsspalte birgt, ich weihe mich deinem Schweigen und deiner Bereitschaft,
dem Willen Gottes immer zu folgen. Maria am Fuß des Kreuzes,
ich weihe mich deiner mitleidenden Liebe, damit ich die Teilnahme am Leiden deines Sohnes bejahen kann und durch dich,
o Braut des Geistes, ganz Jesus gehöre.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.