1. woche 4. Tag – Weihe unserer menschlichen Beziehungen

1. Woche, 4. Tag – Weihe unserer menschlichen Beziehungen

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

O Feuer des Tröstergeistes,
Leben des Lebens aller Geschöpfe!
Heilig bist du, du belebst die Gebilde.
Heilig bist du, du salbst die gefährlich Verletzten.
Heilig bist du, du reinigst die schwärenden Wunden.
Hauch aller Heiligkeit, Feuer der Liebe,
süßes Verkosten in unserer Brust!
Wohlduft der Tugenden senkst du ein 
in die Herzen.
Lob sei dir, du Stimme des Lobes, 
du Freude des Lebens, du Hoffnung und mächtiger Ruhm, weil du die Gaben des Lichtes verleihst.
Hildegard von Bingen

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 133

Seht doch, wie gut und schön ist es,
wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen.
Das ist wie köstliches Salböl,
das vom Kopf hinabfließt auf den Bart,
auf Aarons Bart, das auf sein Gewand hinabfließt.
Das ist wie der Tau des Hermon,
 der auf den Berg Zion niederfällt.
Denn dort spendet der Herr Segen und Leben in Ewigkeit.

Betrachtung

„Das andere Gebot aber ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Beim Betrachten dieser Worte Jesu erkannte ich, wie unvollkommen meine Liebe zu meinen Mitschwestern war; ich sah ein, dass ich sie nicht liebte, wie der liebe Gott sie liebt. Oh, ich begreife jetzt, dass die vollkommene Liebe darin besteht, die Fehler der anderen zu ertragen, sich nicht über ihre Schwächen zu wundern, sich an den kleinsten Tugendakten zu erbauen, die man sie vollbringen sieht. Vor allem aber habe ich erkannt, dass die Liebe nicht in der Tiefe des Herzens verschlossen bleiben darf: Niemand, hat Jesus gesagt, zündet ein Licht an und stellt es unter den Scheffel, sondern man stellt es auf den Leuchter, damit es allen leuchte, die im Hause sind. Mir scheint, dieses Licht stellt ein Sinnbild der Liebe dar, die nicht nur jene erleuchten, erfreuen soll, die mir am liebsten sind, sondern alle, die im Hause wohnen, ohne Ausnahme.
(Hl. Therese von Lisieux)

WEIHEGEBET

O milde Jungfrau Maria, Mutter der Barmherzigkeit, du verzeihst den Menschen ohne Unterlass die Missachtung und Zurückweisung der Liebe Gottes. Hilf mir, damit in meinem Herzen weder Bitterkeit noch Groll Wurzel fassen können. Ich weihe dir alle meine menschlichen Beziehungen, damit in ihnen die Sanftmut Christi offenbar wird. Ich weihe dir meine persönlichen Beziehungen, damit ich in ihnen immer danach strebe, lieber zu geben als zu nehmen. Ich will mehr die Interessen Gottes und meines Nächsten verfolgen als die meinen. Ich weihe dir meine familiären Beziehungen, um in der Liebe zu wachsen und um Einheit und Sanftmut zu bringen, wo Härte und Zwietracht herrschen.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

1. woche 3. Tag – Weihe der inneren Güter

1. Woche, 3. Tag – Weihe der inneren Güter

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Komm, Heiliger Geist, komm, Liebesfeuer!

Komm, Vater der Armen, verliebt in meine Wunden!

Komm, Heiliger Geist, in unsere Herzen

und sende vom Himmel
einen Strahl deines Lichtes.

Komm in uns, Vater der Armen, komm,

Spender aller Gaben, komm, Licht unserer Herzen.

Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 104

Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern,
sie eilen zwischen den Bergen dahin.
Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank,
die Wildesel stillen ihren Durst daraus.

An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels,
aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.
Du tränkst die Berge aus deinen Kammern,
aus deinen Wolken wird die Erde satt.

Du lässt Gras wachsen für das Vieh,
auch Pflanzen für den Menschen, die er anbaut,
damit er Brot gewinnt von der Erde
und Wein, der das Herz des Menschen erfreut,
damit sein Gesicht von Öl erglänzt
und Brot das Menschenherz stärkt.

Herr, wie zahlreich sind deine Werke!
Mit Weisheit hast du sie alle gemacht,
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Da ist das Meer, so groß und weit,
darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und große Tiere.

Sie alle warten auf dich,
dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein;
öffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem.
Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört;
nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin
und kehren zurück zum Staub der Erde.
Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen,
und du erneuerst das Antlitz der Erde.

Betrachtung

Um leer zu werden von uns selbst, müssen wir uns selbst täglich absterben: das heißt, wir müssen auf die Tätigkeit unserer Seelenkräfte und unserer leiblichen Sinne verzichten; wir müssen sehen, als sähen wir nicht, hören, als hörten wir nicht, die Dinge dieser Welt gebrauchen, als gebrauchten wir sie nicht; der heilige Paulus nennt das „täglich sterben“. – „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein“[Joh 12,24] – und bringt keine gute Frucht hervor.

Wenn wir uns nicht selbst absterben, und wenn unsere frömmsten Andachtsübungen uns nicht zu diesem notwendigen und fruchtbaren Sterben führen, werden wir keine nennenswerte Frucht hervorbringen. Unsere religiösen Übungen bringen uns keinen Nutzen; alle unsere guten Werke werden befleckt sein von unserer Eigenliebe und unserem Eigenwillen. Selbst an unseren größten Opfern und besten Handlungen wird Gott kein Wohlgefallen haben, und bei unserem Tode werden wir mit leeren Händen dastehen, ohne Tugenden und Verdienste. Wir werden nicht einen Funken der reinen Liebe besitzen; denn diese wird nur jenen Seelen geschenkt, die sich selbst abgestorben sind und deren Leben mit Christus in Gott verborgen ist [Kol 3,3].

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Die vollkommene Hingabe, 81)

WEIHEGEBET

Jungfrau Maria, in dir hat Jesus Fleisch und Gestalt angenommen. Ich weihe dir all meine Sinne, damit sie mir in der Abkehr von oberflächlichen Vergnügungen dazu dienen, den Geschmack der schönen und guten Dinge wahrzunehmen, die der Schöpfer für uns bestimmt hat, und damit ich die Freude kennen lerne, der Weisheit Gottes entsprechend über die Schöpfung zu herrschen. Denn wie der Menschensohn gekommen ist und gegessen und getrunken hat, so will ich, dass alle meine Fähigkeiten zum Wachstum der Liebe beitragen.

Maria, ich weihe dir meine fünf Sinne; reinige sie, damit sie fähig werden, sich des wahren Lebens zu erfreuen und immer mehr die Wirklichkeit der kommenden Güter wahrzunehmen.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

1. woche 2. Tag – zweiter Tag Weihe unserer Sinne

1. Woche, 2. Tag – zweiter Tag Weihe unserer Sinne

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 104

Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern,
sie eilen zwischen den Bergen dahin.
Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank,
die Wildesel stillen ihren Durst daraus.

An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels,
aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.
Du tränkst die Berge aus deinen Kammern,
aus deinen Wolken wird die Erde satt.

Du lässt Gras wachsen für das Vieh,
auch Pflanzen für den Menschen, die er anbaut,
damit er Brot gewinnt von der Erde
und Wein, der das Herz des Menschen erfreut,
damit sein Gesicht von Öl erglänzt
und Brot das Menschenherz stärkt.

Herr, wie zahlreich sind deine Werke!
Mit Weisheit hast du sie alle gemacht,
die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Da ist das Meer, so groß und weit,
darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und große Tiere.

Sie alle warten auf dich,
dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein;
öffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem.
Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört;
nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin
und kehren zurück zum Staub der Erde.
Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen,
und du erneuerst das Antlitz der Erde.

Betrachtung

Um leer zu werden von uns selbst, müssen wir uns selbst täglich absterben: das heißt, wir müssen auf die Tätigkeit unserer Seelenkräfte und unserer leiblichen Sinne verzichten; wir müssen sehen, als sähen wir nicht, hören, als hörten wir nicht, die Dinge dieser Welt gebrauchen, als gebrauchten wir sie nicht; der heilige Paulus nennt das „täglich sterben“. – „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein“[Joh 12,24] – und bringt keine gute Frucht hervor.

Wenn wir uns nicht selbst absterben, und wenn unsere frömmsten Andachtsübungen uns nicht zu diesem notwendigen und fruchtbaren Sterben führen, werden wir keine nennenswerte Frucht hervorbringen. Unsere religiösen Übungen bringen uns keinen Nutzen; alle unsere guten Werke werden befleckt sein von unserer Eigenliebe und unserem Eigenwillen. Selbst an unseren größten Opfern und besten Handlungen wird Gott kein Wohlgefallen haben, und bei unserem Tode werden wir mit leeren Händen dastehen, ohne Tugenden und Verdienste. Wir werden nicht einen Funken der reinen Liebe besitzen; denn diese wird nur jenen Seelen geschenkt, die sich selbst abgestorben sind und deren Leben mit Christus in Gott verborgen ist [Kol 3,3].

(Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Die vollkommene Hingabe, 81)

WEIHEGEBET

Jungfrau Maria, in dir hat Jesus Fleisch und Gestalt angenommen. Ich weihe dir all meine Sinne, damit sie mir in der Abkehr von oberflächlichen Vergnügungen dazu dienen, den Geschmack der schönen und guten Dinge wahrzunehmen, die der Schöpfer für uns bestimmt hat, und damit ich die Freude kennen lerne, der Weisheit Gottes entsprechend über die Schöpfung zu herrschen. Denn wie der Menschensohn gekommen ist und gegessen und getrunken hat, so will ich, dass alle meine Fähigkeiten zum Wachstum der Liebe beitragen.

Maria, ich weihe dir meine fünf Sinne; reinige sie, damit sie fähig werden, sich des wahren Lebens zu erfreuen und immer mehr die Wirklichkeit der kommenden Güter wahrzunehmen.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.

1. Woche 1.Tag – Weihe der materiellen Güter

1. Woche, 1. Tag – Weihe der materiellen Güter

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Komm, Heiliger Geist, in unsere Herzen und sende vom Himmel
einen Strahl deines Lichtes.

Komm in uns, Vater der Armen, komm, Spender aller Gaben, komm, Licht unserer Herzen.

Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

PSALM 131

Herr, mein Herz ist nicht stolz,
nicht hochmütig blicken meine Augen. Ich gehe nicht um mit Dingen,
die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

Ich ließ meine Seele ruhig werden und still;
wie ein kleines Kind bei der Mutter
ist meine Seele still in mir.

Israel, harre auf den Herrn,
von nun an bis in Ewigkeit!

Betrachtung

Die vollkommene Weihe und Hingabe an Maria:
Diese Frömmigkeitsform besteht also darin, dass man sich der Mutter Gottes völlig hingibt, um durch sie ganz Jesus Christus zu gehören. Wir müssen ihr schenken: 1. unseren Leib mit allen seinen Sinnen und Gliedern; 2. unsere Seele mit allen ihren Fähigkeiten; 3. unsere gegenwärtigen und zukünftigen äußeren Güter; 4. unsere inneren und geistigen Güter.
Daraus folgt, dass ein Mensch, der sich freiwillig auf solche Art Jesus Chris- tus durch Maria geweiht und geopfert hat, nicht länger über den Wert irgendeines seiner guten Werke verfügen kann. Alles, was er leidet, alles, was er Gutes denkt, sagt oder tut, gehört Maria, damit sie darüber verfüge nach dem Willen ihres Sohnes und zu dessen größerer Ehre. Diese Abhängigkeit tut jedoch in keiner Weise den Standespflichten Abbruch, die man zurzeit hat oder in Zukunft haben wird.
(Aus: Hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, Die vollkommene Hingabe, 121, 124)

WEIHEGEBET

Maria, du hast im Magnifikat verkündet, dass Gott die Reichen leer ausgehen lässt. Ich will dir sagen, dass der einzige Schatz, den ich auf Erden ersehne, dein Sohn ist, die Frucht deines Leibes, damit dort, wo dein und wo mein Schatz ist, auch mein Herz sei. Ich weihe dir meine irdischen Güter, meinen ganzen materiellen Besitz, damit du darüber verfügen kannst für das Kommen des Reiches Gottes.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.