2. Woche 5. Tag – Weihe unserer Liebesfähigkeit

2. Woche, 5. Tag – Weihe unserer Liebesfähigkeit

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Anrufung des Heiligen Geistes

Ich sage dir Dank, dass du für mich zum Licht ohne Neige,
zur Sonne ohne Untergang geworden bist, denn du hast nichts, um dich zu verbergen, du, der du das All mit deiner Herrlichkeit erfüllst!
Nein, niemals hast du dich vor einem Menschen verborgen,
wir aber verbergen uns vor dir und wollen nicht zu dir kommen.
Warum solltest du dich verbergen, der du dich von keinem einzigen Wesen abwendest und nicht eines von ihnen verwirfst?
So komm, o Meister, richte heute in mir dein Zelt auf.
Nimm ständig und unzertrennlich Bleibe und Wohnung in mir,
deinem Diener, bis zuletzt.
(Nach einer Hymne des hl. Symeon des Neuen Theologen)

 Glaubensbekenntnis

1 Gesätz vom Rosenkranz

Vater unser – 10 Gegrüßet seist du Maria – Ehre sei dem Vater

Weisheit, 7

In ihr ist ein Geist,
 gedankenvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, 
unverletzlich, das Gute liebend, scharf, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, 
fest, sicher, ohne Sorge, alles vermögend, alles überwachend und alle Geister durchdringend, 
die denkenden, reinen und zartesten.
Denn die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung;
in ihrer Reinheit durchdringt und erfüllt sie alles.
Sie ist ein Hauch der Kraft Gottes 
und reiner Ausfluss der Herrlichkeit des Allherrschers;
 darum fällt kein Schatten auf sie.
Sie ist der Widerschein des ewigen Lichts,
der ungetrübte Spiegel von Gottes Kraft,
das Bild seiner Vollkommenheit.

Betrachtung

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sich die Kirche bewusst, dass Maria, von Gott „mit Gnade erfüllt“, schon bei ihrer Empfängnis erlöst worden ist.
Das bekennt das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis, das 1854 von Papst Pius IX. verkündet wurde …
Dass Maria „vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an im Glanz einer einzigartigen Heiligkeit“ erstrahlt, kommt ihr nur Christi wegen zu: Sie wurde im „Hinblick auf die Verdienste ihres Sohnes auf erhabenere Weise erlöst“. Mehr als jede andere erschaffene Person hat der Vater sie „mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch die Gemeinschaft mit Christus im Himmel“.
Er hat sie erwählt vor der Erschaffung der Welt,
damit sie in Liebe heilig und untadelig vor ihm lebe.
Die ostkirchlichen Väter nennen die Gottesmutter „die Ganzheilige“ (Panhagia); sie preisen sie als „von jeder Sündenmakel frei, gewissermaßen vom Heiligen Geist gebildet und zu einer neuen Kreatur gemacht“.
Durch die Gnade Gottes ist Maria während ihres ganzen Lebens
frei von jeder persönlichen Sünde geblieben.
(Katechismus der katholischen Kirche, 491-493)

WEIHEGEBET

Maria, in Sünde hat mich meine Mutter empfangen! Kann ein Mensch in den Leib seiner Mutter zurückkehren, um von neuem geboren zu werden?
In deinem Schoß, Maria, weihe ich mich dir von meiner Empfängnis an bis heute, damit der durch die Taufe empfangene neue Mensch in der Wärme deiner Unbefleckten Liebe wachsen kann.
In dir, Maria, wird die ganze menschliche Natur erneuert.
Ich will also in dir bleiben, damit das neue Gesetz in mir wirken kann und deine jungfräuliche Liebe mich zu dem Guten drängt, das ich tun will, und mich das Böse meiden lässt, das ich nicht tun will.
Du bist so schön, o Maria, wie die Sünde hässlich ist, und unser König ist in deine Schönheit verliebt.
Ich weihe mich dir uneingeschränkt, du Mutter der schönen Liebe, du Spiegel der engelhaften Reinheit, damit meine Seele erneuert wird und Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist gefallen kann.

O Maria, ohne Makel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.